Wer mehrere technische Systeme, Websites, Aufgaben und Unternehmensbereiche gleichzeitig betreut, sammelt mit der Zeit zwangsläufig immer mehr Informationen in immer mehr Anwendungen. Für jede Aufgabe gibt es ein eigenes Werkzeug, für jede Statistik eine andere Oberfläche und für technische Systeme wieder separate Verwaltungsseiten. Dazu kommen private Themen, die im Alltag genauso Aufmerksamkeit benötigen: Termine, Kameras, Haustechnik oder andere Informationen, die man regelmäßig im Blick behalten möchte.
Aus genau diesem Problem ist Kosmos entstanden.
Kosmos soll keine einzelne Fachanwendung ersetzen. Es ist vielmehr eine Plattform aus mehreren Anwendungen, die jeweils eine klar abgegrenzte Aufgabe übernehmen und ihre Informationen gemeinsam nutzbar machen. Im Mittelpunkt steht Kompass als Dashboard: Dort sollen die Informationen zusammenkommen, die ich gerade benötige, unabhängig davon, aus welchem Teil von Kosmos sie ursprünglich stammen.
Damit unterscheidet sich Kosmos auch deutlich von einer klassischen IT-Dokumentation. Die technische Umgebung ist ein Bestandteil, aber eben nur einer von vielen. Genauso gehören Aufgabensteuerung, Inhalte, Protokolle, Sprache und geschäftliche Zusammenhänge zum System. Langfristig können auch private Informationen im selben Dashboard auftauchen, wenn sie für meinen Alltag relevant sind.
Kosmos entwickelt sich dabei mit meinen Anforderungen weiter, statt von Anfang an als vollständig festgelegtes Produkt entstanden zu sein.
Kompass – das Dashboard von Kosmos
Kompass ist die Oberfläche, in der die verschiedenen Teile von Kosmos zusammenlaufen. Ich möchte nicht für jede Information erst wissen müssen, welches Modul sie technisch verwaltet, sondern auf einem Dashboard genau die Informationen und Funktionen sehen, die für die jeweilige Situation relevant sind. Das kann morgens eine Übersicht über anstehende Aufgaben sein, später der Zustand meiner technischen Umgebung und zwischendurch eine Information aus einem völlig anderen Bereich. Kompass ist deshalb weniger eine eigene Datenquelle als die gemeinsame Sicht auf Kosmos. Neue Funktionen sollen sich als Plugins beziehungsweise eigene Ansichten ergänzen lassen, sodass das Dashboard nicht auf einen bestimmten Unternehmensbereich festgelegt ist. Wie Kompass als zentrales Dashboard für geschäftliche, technische und private Informationen aufgebaut ist, beschreibe ich deshalb noch einmal ausführlich in einem eigenen Artikel.
Agenda – Aufgaben für mich und meine KI-Agenten
Agenda ist die Aufgabensteuerung innerhalb von Kosmos und inzwischen ein zentraler Bestandteil meines KI-gestützten Entwicklungsprozesses. Aus größeren Konzepten können konkrete Aufgaben entstehen, die vorbereitet, freigegeben, ausgeführt und anschließend geprüft werden. Codex kann Aufgaben übernehmen, während Agenda Zustände, Abhängigkeiten und den Ablauf verwaltet. Dazu gehören auch Mechanismen für Heartbeats, Wiederanläufe und die Erkennung hängen gebliebener Arbeiten. Für mich ist Agenda deshalb wesentlich mehr als eine To-do-Liste: Es ist die Orchestrierungsschicht zwischen meinen Entscheidungen und automatisierter Arbeit. Mein Gartenstuhl-Test hängt direkt mit dieser Idee zusammen, weil ich Aufgaben irgendwann vom Smartphone freigeben können möchte, während die eigentliche Umsetzung anschließend weitgehend ohne meine Anwesenheit läuft. Wie Agenda KI-Aufgaben, Freigaben, Zustände und Codex-Agenten konkret koordiniert, bekommt deshalb einen eigenen Artikel.
Argos – technische Systeme automatisch erkennen
Argos übernimmt die automatische Erfassung technischer Umgebungen. Statt Geräte und ihre Eigenschaften vollständig von Hand dokumentieren zu müssen, sollen Scanner und Plugins Informationen aus den tatsächlich vorhandenen Systemen beziehen. Dazu können Netzwerkgeräte, Windows- und Linux-Systeme, Synology-Systeme, Proxmox, Kameras oder andere technische Komponenten gehören. Stabile Strukturdaten müssen dabei nicht genauso häufig aktualisiert werden wie volatile Zustandsinformationen. Argos bildet damit die technische Realität möglichst automatisch ab und liefert anderen Teilen von Kosmos die Grundlage, auf diesen Informationen weiterzuarbeiten. Wie Argos Geräte automatisch erkennt und daraus eine laufend aktualisierte IT-Inventarisierung aufbaut, werde ich separat genauer beschreiben.
Atlas – die reale Welt hinter den technischen Daten
Atlas ergänzt die technische Sicht von Argos um die Frage, wo etwas tatsächlich zu finden ist. Gebäude, Etagen, Räume, Racks, Regale und einzelne Fächer können eine hierarchische Struktur bilden, in der Geräte, Maschinen oder andere Objekte verortet werden. Gerade bei einer größeren technischen Umgebung reicht die Information „dieses Gerät existiert“ irgendwann nicht mehr aus; mindestens genauso wichtig ist die Frage, wo es steht und zu welchem Umfeld es gehört. QR-Codes können reale Objekte mit ihrer digitalen Darstellung verbinden, und eine Rackansicht soll technische Zusammenhänge auch räumlich nachvollziehbar machen. Atlas macht aus einer technischen Inventarliste damit eine Abbildung der tatsächlichen Umgebung. Wie sich mit Atlas Gebäude, Räume, Racks und technische Geräte zu einer standortbezogenen IT-Dokumentation verbinden lassen, ist deshalb eines der nächsten eigenen Themen.
Memoria – der gemeinsame Speicher von Kosmos
Memoria ist die zentrale Datenschicht hinter den Anwendungen. Anstatt jedes Modul seine Informationen vollständig getrennt verwalten zu lassen, stellt Memoria einen gemeinsamen REST-basierten Speicher bereit, auf den die verschiedenen Anwendungen kontrolliert zugreifen können. Dadurch können Informationen zwischen Modulen verwendet werden, ohne dass sich die Anwendungen gegenseitig direkt kennen oder ihre Datenbanken miteinander verknüpfen müssen. Für die weitere Entwicklung von Kosmos ist das wichtig, weil neue Anwendungen auf bereits vorhandenen Informationen aufbauen können, ohne dafür dieselben Daten erneut zu erfassen. Langfristig gehören auch Mehrbenutzerfähigkeit und Zugriffsrechte zu dieser Ebene. Warum ich mit Memoria eine zentrale Datenschnittstelle statt vieler voneinander unabhängiger Datenspeicher verwende, werde ich in einem eigenen Architekturartikel erläutern.
Chronos – nachvollziehen, was im System passiert
Chronos kümmert sich um Logs und Ereignisse innerhalb von Kosmos. Je mehr Anwendungen und automatisierte Prozesse parallel arbeiten, desto wichtiger wird die Möglichkeit, später nachvollziehen zu können, was zu einem bestimmten Zeitpunkt passiert ist. Gerade bei agentischen Abläufen reicht es nicht zu wissen, dass eine Aufgabe am Ende erfolgreich oder fehlgeschlagen ist; interessant ist auch, welche Schritte dazwischen stattgefunden haben und wo ein Problem entstanden ist. Chronos soll solche Informationen zentral zusammenführen, damit nicht für jede Anwendung separat nach Protokollen gesucht werden muss. Wie ich Logs und Ereignisse mit Chronos zentral sammle und für die Fehlersuche nutzbar mache, erhält deshalb ebenfalls einen eigenen Artikel.
Vox – Kosmos per Sprache bedienen
Vox ist die Sprachschnittstelle von Kosmos. Die Idee besteht darin, Informationen oder Aufträge nicht zwingend über Formulare eingeben zu müssen, sondern sie auch einfach aussprechen zu können. Sprache wird zunächst in Text umgewandelt, anschließend interpretiert ein Sprachmodell die eigentliche Absicht und kann daraus passende Aktionen innerhalb von Kosmos auslösen. Dadurch könnte ich beispielsweise unterwegs Informationen erfassen oder eine Aufgabe anlegen, ohne dafür erst die passende Oberfläche öffnen zu müssen. Langfristig möchte ich dafür möglichst auch lokale KI verwenden, damit nicht jede Interaktion zwangsläufig über einen externen Dienst laufen muss. Wie Vox Sprache über Speech-to-Text, KI und Schnittstellen in konkrete Softwareaktionen übersetzen soll, beschreibe ich separat.
Puls – Inhalte planen und veröffentlichen
Puls ist die Content-Anwendung von Kosmos. Dort verwalte ich Themen und Artikel für meine Websites und möchte den Weg von der Idee über die Erstellung und Freigabe bis zur Veröffentlichung zunehmend automatisieren. Artikel können vorbereitet werden, ohne sofort öffentlich sichtbar zu sein, und erst zu einem festgelegten Zeitpunkt veröffentlicht werden. Auch interne Verlinkungen, Veröffentlichungsstatus und die Verarbeitung durch die jeweiligen Websites gehören in diesen Ablauf. Für mich ist Puls besonders interessant, weil dadurch Contentproduktion ähnlich organisiert werden kann wie Softwareentwicklung: Arbeit wird vorbereitet, automatisiert ausgeführt, geprüft und anschließend bewusst freigegeben. Wie ich mit Puls Themen vorproduziere, Artikel automatisiert erstellen lasse und Veröffentlichungen vorbereite, ist deshalb ein eigenes Thema.
Harmonia – Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen Bereichen herstellen
Harmonia ist als Verbindungsschicht für Informationen gedacht, die zwar in unterschiedlichen Teilen von Kosmos vorkommen, fachlich aber zusammengehören. Statt aus Kosmos ein klassisches CRM zu machen, soll Harmonia gezielt Zuordnungen verwalten und dadurch beispielsweise technische Umgebungen, Marken oder geschäftliche Zusammenhänge miteinander verbinden können. Andere Kosmos-Anwendungen müssen dadurch nicht selbst wissen, wie diese Zuordnungen entstehen, sondern können auf eine gemeinsame Zuordnungsschicht zurückgreifen. Gerade mit wachsendem System wird das wichtig, weil dieselbe Information sonst leicht in mehreren Modulen unterschiedlich gepflegt würde. Wie Harmonia solche Unternehmensdaten und technischen Zusammenhänge miteinander verknüpft, ohne selbst zum CRM zu werden, wird deshalb ebenfalls separat behandelt.
Die einzelnen Anwendungen sind absichtlich spezialisiert
Für mich liegt eine wesentliche Stärke von Kosmos darin, dass diese Aufgaben nicht in einer einzigen riesigen Anwendung vermischt werden. Argos muss technische Systeme erkennen, aber keine Artikel veröffentlichen. Puls muss Inhalte verwalten, aber keine Netzwerke scannen. Agenda muss Arbeitsabläufe koordinieren, ohne selbst zum Speicher für sämtliche Unternehmensdaten zu werden.
Die Anwendungen besitzen jeweils eine klar erkennbare Aufgabe und können trotzdem Informationen gemeinsam nutzen.
Diese Trennung entspricht ziemlich genau der Softwarearchitektur, die ich auch bei klassischer Entwicklung verwendet habe. Gerade weil inzwischen sehr viel Code von Codex erzeugt wird und ich nicht mehr jede Implementierung selbst kenne, sind solche klaren Zuständigkeiten für mich wichtiger geworden.
Kompass macht aus den einzelnen Anwendungen ein Gesamtsystem
Ohne Kompass wären Argos, Atlas, Agenda, Puls oder Chronos letztlich wieder einzelne Werkzeuge, zwischen denen ich wechseln müsste. Erst die gemeinsame Oberfläche macht aus ihnen das System, das ich mir eigentlich vorstelle.
Dabei soll Kompass nicht einfach sämtliche Informationen gleichzeitig auf einen Bildschirm werfen. Ein gutes Dashboard muss auswählen können, was in einer bestimmten Situation wichtig ist. Technische Warnungen können relevant sein, während normale Messwerte im Hintergrund bleiben. Offene Agenda-Aufgaben können sichtbar werden, während erledigte Arbeit verschwindet. Inhalte können Aufmerksamkeit verlangen, wenn eine Freigabe fehlt, statt dauerhaft eine komplette Artikelliste anzuzeigen.
Das Ziel ist deshalb nicht maximale Datenmenge, sondern eine Oberfläche, die mir zeigt, was gerade meine Aufmerksamkeit benötigt.
Geschäftlich und privat müssen für mich nicht künstlich getrennt sein
Kosmos entsteht zwar zu einem großen Teil aus Anforderungen meiner Selbstständigkeit und meiner Softwareentwicklung, ich möchte die Plattform aber bewusst nicht ausschließlich auf Unternehmensdaten beschränken. Mein Alltag besteht schließlich ebenfalls nicht aus sauber voneinander isolierten Bereichen.
Wenn beispielsweise Termine, IP-Kameras oder andere private Informationen für mich relevant sind, spricht aus meiner Sicht wenig dagegen, auch dafür passende Kompass-Anwendungen zu bauen. Sie müssen deshalb nicht mit den Unternehmensmodulen vermischt werden; sie benutzen lediglich dieselbe technische Plattform und dieselbe zentrale Oberfläche.
Gerade diese Offenheit unterscheidet Kosmos für mich von einem klassischen Unternehmensdashboard, das bereits vorgibt, welche Kennzahlen und Funktionen ein Unternehmen angeblich benötigt.
Ich baue damit letztlich mein eigenes Betriebssystem für Informationen
Je länger ich an Kosmos arbeite, desto weniger passt für mich die Beschreibung als einzelne Software. Auch „Dashboard“ beschreibt nur den sichtbaren Teil davon.
Kosmos wird zunehmend zu einer Plattform, auf der spezialisierte Anwendungen Informationen erfassen, miteinander verbinden, auswerten und daraus Arbeit anstoßen können. Kompass bildet die Oberfläche, Memoria hält die gemeinsamen Daten, Agenda steuert Arbeit und die übrigen Anwendungen liefern ihre jeweilige fachliche Perspektive.
Mit meiner Entwicklung in Richtung agentischer Systeme kommt inzwischen noch eine weitere Ebene hinzu: Kosmos soll Informationen nicht nur anzeigen, sondern zunehmend auch dafür sorgen, dass daraus kontrolliert Arbeit entsteht.
Deshalb würde ich Kosmos heute am ehesten als mein persönliches Betriebssystem für Unternehmens-, Technik- und Alltagsinformationen beschreiben.
Nicht weil es Windows oder Linux ersetzen soll, sondern weil es die Ebene darüber bildet: den Ort, an dem für mich relevante Informationen zusammenlaufen und aus Daten konkrete nächste Schritte werden.