Unternehmen

Ich baue nicht nur Software mit KI, sondern inzwischen Teile meines Unternehmens

Als ich angefangen habe, intensiver mit KI zu arbeiten, lag der naheliegende Einsatzbereich zunächst in der Softwareentwicklung. ChatGPT konnte beim Nachdenken helfen, Codex konnte Code verändern, und damit war ziemlich klar, wo diese Werkzeuge in meinem Alltag hingehören.

Diese Grenze ist inzwischen längst verschwunden.

Heute nutze ich ChatGPT und Codex nicht nur, um Software zu entwickeln. Ich arbeite damit an Websites, Angeboten, internen Prozessen, technischen Konzepten, Marketingideen und an der Frage, wie mein Unternehmen überhaupt aufgebaut sein soll.

Das bedeutet nicht, dass eine KI mein Unternehmen führt. Die Entscheidungen treffe weiterhin ich, und genau so soll es auch bleiben. Trotzdem haben sich die Werkzeuge von reinen Coding-Hilfen zu einem festen Bestandteil meiner gesamten Arbeitsorganisation entwickelt.

Eine Geschäftsidee beginnt bei mir inzwischen ähnlich wie eine Softwareidee

Bei größeren Softwarethemen starte ich häufig mit einer zunächst groben Idee in ChatGPT und lasse sie durch viele Fragen auseinandernehmen. Überraschenderweise funktioniert derselbe Ansatz auch bei geschäftlichen Themen sehr gut.

Wenn ich über ein neues Angebot nachdenke, kann ich die Idee zunächst beschreiben und anschließend systematisch hinterfragen lassen.

Wer soll dieses Angebot eigentlich kaufen?

Welches konkrete Problem löst es?

Was unterscheidet es von klassischer IT-Betreuung?

Welche Leistungen gehören hinein und welche ausdrücklich nicht?

Wie lässt sich der Nutzen erklären, ohne in technische Details abzurutschen?

Welche Risiken entstehen für mich?

Wie müsste der Ablauf beim Kunden aussehen?

Aus einer zunächst groben Idee entsteht dadurch nach und nach ein deutlich konkreteres Modell.

Der Unterschied zur Softwareentwicklung ist kleiner, als ich anfangs gedacht hätte. Auch bei einem Produkt oder Angebot geht es letztlich darum, eine unklare Vorstellung in klare Anforderungen und Entscheidungen zu verwandeln.

ChatGPT hilft mir vor allem beim Denken, nicht beim Entscheiden

Für mich ist dabei eine Grenze wichtig.

Ich möchte nicht, dass ChatGPT entscheidet, welches Geschäftsmodell ich verfolgen soll oder wie ich mein Unternehmen positioniere.

Das wäre bequem, aber nicht sinnvoll.

Was ChatGPT sehr gut kann, ist meine eigenen Annahmen sichtbar zu machen. Es kann Gegenfragen stellen, Alternativen formulieren und auf Punkte hinweisen, an die ich noch nicht gedacht habe.

Gerade wenn man allein arbeitet, fehlt im Alltag oft jemand, mit dem man eine Idee über längere Zeit systematisch durchsprechen kann. Natürlich ersetzt ein KI-Gespräch keine echte Marktreaktion und keine Erfahrung mit Kunden, aber es hilft mir dabei, eine Idee wesentlich gründlicher zu durchdenken, bevor ich Zeit und Geld hineinstecke.

Am Ende muss trotzdem ich entscheiden, ob ich den vorgeschlagenen Weg für sinnvoll halte.

Codex setzt anschließend nicht nur Code um

Sobald aus einer Idee ein konkretes Vorhaben wird, kommt häufig Codex ins Spiel.

Das kann natürlich Software bedeuten. Es kann aber genauso gut eine Website-Anpassung, ein internes Werkzeug, ein Trackingmechanismus, eine Auswertung oder eine Automatisierung sein.

Damit verschwimmt bei mir die Grenze zwischen Unternehmensentwicklung und Softwareentwicklung.

Wenn ich beispielsweise entscheide, dass ein bestimmter Geschäftsprozess anders laufen soll, kann daraus schnell eine technische Aufgabe entstehen. Vielleicht braucht die Website neue Funktionen, vielleicht muss ein internes Werkzeug erweitert oder ein wiederkehrender Ablauf automatisiert werden.

Früher hätte ich diese Dinge gedanklich stärker voneinander getrennt.

Heute entsteht aus einer geschäftlichen Entscheidung häufig direkt ein technisches Konzept, das anschließend mit denselben Werkzeugen umgesetzt wird.

Meine Websites sind dadurch ebenfalls Teil des Systems geworden

Eine Website war für mich früher vor allem ein eigenständiges Projekt, das Inhalte und Informationen nach außen darstellen sollte.

Heute denke ich stärker in zusammenhängenden Prozessen.

Ein neuer Wissensartikel ist nicht einfach eine Markdown-Datei. Er gehört zu einer Themenplanung, internen Verlinkungen, Veröffentlichung, Indexierung und später vielleicht zu einer automatisierten redaktionellen Pipeline.

Ein Werbebrief kann zu einer individuellen Tracking-URL führen, deren Reaktion wiederum ausgewertet werden soll.

Ein neues Angebot kann eine eigene Landingpage, passende Inhalte und interne Werkzeuge benötigen.

Dadurch werden Websites zunehmend Teil meiner betrieblichen Abläufe.

Codex hilft mir dabei nicht nur, Seiten technisch zu bauen, sondern auch die Systeme dahinter weiterzuentwickeln.

Auch Marketing wird dadurch technischer

Marketing und Softwareentwicklung wirken zunächst wie zwei ziemlich unterschiedliche Bereiche. Bei mir rücken sie inzwischen immer näher zusammen.

Wenn ich wissen möchte, welche Themen auf meinen Websites fehlen, kann daraus eine technische Auswertung entstehen. Wenn viele Wissensartikel geplant sind, stellt sich schnell die Frage, wie Priorisierung, Erstellung, interne Verlinkung und Veröffentlichung automatisiert werden können.

Bei inzwischen mehreren hundert offenen Artikelthemen reicht es nicht mehr, einfach gelegentlich einen Text manuell zu schreiben.

Dann wird aus einem redaktionellen Problem ein Automatisierungsproblem.

Und plötzlich bin ich wieder bei derselben Grundidee wie in meiner Softwareentwicklung:

Themen werden vorbereitet, strukturiert, priorisiert und anschließend möglichst kontrolliert abgearbeitet.

Dass Agenda ursprünglich aus meiner Entwicklungsarbeit heraus entstanden ist, macht diesen Zusammenhang für mich besonders interessant. Das Grundprinzip lässt sich möglicherweise viel weiter denken als nur für Programmieraufgaben.

KI verändert bei mir auch die Geschwindigkeit von Unternehmensentscheidungen

Eine neue Idee musste früher oft länger im Kopf reifen, weil jeder weitere Schritt Zeit gekostet hat.

Wenn ich heute eine mögliche Leistungsidee habe, kann ich sie direkt mit ChatGPT auseinandernehmen. Wenn daraus eine interessante Website-Funktion entsteht, kann Codex relativ schnell einen Prototyp umsetzen. Wenn ich merke, dass die Idee nicht trägt, habe ich vergleichsweise wenig Zeit verloren.

Das macht Experimente billiger.

Genau darin sehe ich einen großen Vorteil.

Nicht jede Idee wird automatisch besser, nur weil sie schnell umgesetzt werden kann. Ich kann aber mehr Varianten ausprobieren, ohne dass jede einzelne sofort ein großes Projekt werden muss.

Das verändert für mich auch den Unternehmensaufbau.

Ich muss weniger lange darüber spekulieren, ob ein bestimmter technischer Prozess funktionieren könnte, wenn ich ihn in überschaubarem Rahmen relativ schnell ausprobieren kann.

Geschwindigkeit kann allerdings genauso in die falsche Richtung führen

Der Vorteil hat natürlich eine Kehrseite.

Wenn eine schlechte Idee schnell umgesetzt werden kann, wird sie dadurch nicht gut.

Im Gegenteil: KI kann es sehr leicht machen, Dinge zu bauen, nur weil sie technisch möglich sind. Eine Website-Funktion, ein internes Tool oder ein neuer Geschäftsprozess kann innerhalb kurzer Zeit entstehen, obwohl vorher nicht ausreichend geklärt wurde, ob er tatsächlich einen Nutzen bringt.

Deshalb ist meine Konzeptphase auch bei geschäftlichen Themen wichtig.

Ich möchte möglichst vermeiden, Codex einfach mit jeder neuen Idee loszuschicken.

Die technische Geschwindigkeit sollte nicht dazu führen, dass ich meine eigenen Entscheidungen weniger kritisch prüfe.

Als Einzelunternehmer ist diese Unterstützung besonders wertvoll

Ich arbeite allein. Damit landen sehr viele unterschiedliche Aufgaben zwangsläufig bei derselben Person.

Ich muss technische Entscheidungen treffen, Kunden verstehen, Angebote entwickeln, Websites pflegen, Marketing betreiben, Software bauen und gleichzeitig die betrieblichen Themen im Blick behalten.

Durch mehrere KI-Systeme kann ich einen Teil dieser Arbeit inzwischen parallelisieren, obwohl es weiterhin nur mich als verantwortliche Person gibt.

Während Codex an einer technischen Aufgabe arbeitet, kann ich mit ChatGPT bereits ein anderes Thema durchdenken. Ein fertig ausgearbeitetes Konzept kann auf seine Umsetzung warten, während ich mich um einen Kunden kümmere. Wiederkehrende Tätigkeiten können zunehmend automatisiert werden.

Für mich entsteht dadurch keine virtuelle Belegschaft.

Es entsteht vielmehr eine technische Arbeitsumgebung, die mir erlaubt, meine eigene Zeit anders einzusetzen.

Verantwortung lässt sich nicht automatisieren

Gerade weil KI inzwischen in immer mehr Unternehmensbereiche hineinreicht, halte ich diese Grenze für wichtig.

ChatGPT kann mir eine Positionierung vorschlagen.

Codex kann eine Website dafür bauen.

Eine Automatisierung kann einen Prozess ausführen.

Trotzdem muss ich entscheiden, ob das Ganze überhaupt zu meinem Unternehmen passt.

Bei technischen Themen kann ein Fehler vielleicht einen Build kaputtmachen. Bei geschäftlichen Entscheidungen können schlechte Annahmen wesentlich langfristigere Folgen haben.

Deshalb möchte ich KI nicht als Instanz verwenden, die mir Entscheidungen abnimmt.

Ich möchte sie nutzen, um Entscheidungen besser vorzubereiten und anschließend schneller umzusetzen.

Die Grenze zwischen Unternehmen und Technik wird bei mir immer kleiner

Vielleicht ist genau das die größte Veränderung.

Früher hätte ich Unternehmensentwicklung, Marketing, Websites, interne Werkzeuge und Softwareprojekte stärker als getrennte Arbeitsbereiche betrachtet.

Heute hängen sie immer häufiger direkt zusammen.

Eine geschäftliche Idee erzeugt technische Anforderungen.

Eine technische Möglichkeit eröffnet einen neuen Prozess.

Ein Problem im Arbeitsalltag führt zu einem internen Werkzeug.

Eine große Menge geplanter Inhalte führt zu einer automatisierten Veröffentlichungslogik.

Und dieselben KI-Systeme helfen mir dabei, diese Übergänge zu bearbeiten.

Codex bleibt bei mir längst nicht mehr im klassischen Quellcode, und genauso bleibt KI insgesamt längst nicht mehr in der Softwareentwicklung.

Sie wird zunehmend Teil der Art, wie ich mein gesamtes Unternehmen weiterentwickle.

Das bedeutet nicht, dass KI mein Unternehmen aufbaut.

Aber sie verändert deutlich, wie viel ich als Einzelunternehmer überhaupt gleichzeitig durchdenken, ausprobieren und umsetzen kann.